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Kaum sind die letzen Schneereste verschwunden, die Erde meist noch gefroren, lockt es Gärtnerinnen und Gärtner in Vorfreude auf sommerliche Blumen - und Gemüsepracht, die Beete einzuteilen und zu planen, wo was wachsen soll. Vor dem geistigen Auge blüht schon die Cosmea, die Kornblume und die leuchtend gelbe Tagetes. Der Geschmack des ersten zarten Spinates oder des feinen Pflücksalates liegt schon auf der Zunge. Doch unvermittelt ist der Traum zu Ende, die Realität holt die Gartenfreunde ein. Denn wie war es  vor einen Jahr?

Die liebevoll selbst gezogenen Setzlinge wurden in nur einer Nacht kahl gefressen von nimmersatten Nacktschnecken. Diesem Treiben soll nun mit 007 ein für alle Mal ein Ende gesetzt werden. Davon ist Bruno Egger überzeugt.

Schneckenplage ade!

Eigentlich möchte Bruno Egger die Schnecken keineswegs einfach ausrotten, dafür ist er ein zu grosser Naturfreund. Er möchte lediglich wieder ein gesundes Gleichgewicht im Garten herstellen. Sein Stück Natur pflegt er liebevoll so, dass Tier und Pflanzen gleichberechtigt ihren Lebensraum beanspruchen und nutzen können. So lässt er beispielsweise im Herbst kleine Haufen von Ästen liegen und stopft ein Bündel Heu darunter, damit es überwinternde Igel schön gemütlich haben. Natürlich hat auch der Mensch auf ein Anrecht auf die Gaben der Natur - auf gesundes Gemüse etwa oder einen fröhlichen Blumenstrauss. Vor drei Jahren wollte Bruno Egger den Kampf gegen die Schnecken aufgeben und nicht mehr gärtnern. Nur noch einen Versuch wollte er machen.

Das war die Geburtsstunde von 007! Bruno Egger setzte sich mit den Lebensgewohnheiten der nimmersatten Plaggeister auseinander. Dass Schnecken Feinschmecker sind sind und Bier über alles lieben, das wusste er schon, dass ihr Geruchssinn überdurchschnittlich gut ausgebildet ist, das erfuhr er in der Literatur. Es musste also eine Möglichkeit geben, sie anzulocken und mit der Leibspeise zu verführen und sie dabei unschädlich zu machen.

Keine Gefahr für Igel und Kinder

Bruno Egger ist von Beruf Zahntechniker und von daher an perfekte Feinarbeit gewöhnt. Mit Hilfe von Topfuntersätzen bastelte er Schneckenfallen-Prototypen. Von Anfang an war ihm klar, dass der Eingang zur Schneckenfalle möglichst eng sein musste, damit wirklich nur Nackt- schnecken gefangen werden, aber keine Weinbergschnecken oder gar kleine Igel vom tödlichen Gourmetgericht naschen konnten. Zudem sollten die Schneckenkörner am Trockenen liegen. Der Deckel hält auch Kleinkinder davon ab, von den farbigen Körnern zu kosten. Er merkte bald, dass auch grosse Nacktschnecken sich nicht von einem schmalen Eingang abhalten lassen, dem unwiderstehlichen Geruch nachzugehen.


Ja, natürlich 007, alias James Bond, der Kinoheld, ist bekannt als der, der alle Bösewichte besiegt. Die Schneckenfalle 007 dürfte nun in ähnlicher Weise mit den Plaggeistern aller Hobby-Gärtner, den Nacktschnecken, fertig werden. Erfunden wurde sie von Bruno Egger aus Abtwil, der diese nun auch patentieren lies.
 

Bruno Egger

Mit seiner Erfindung hofft Bruno Egger das viele Gartenfreunde in Zukunft auf das Streuen von Schneckenkörner verzichten und somit einen kleinen Beitrag zum Schutze unserer Umwelt beitragen.